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Bella Ciao

Der Professor und Berlin feiern.

Bella Ciao ist ein Lied, das in der Version der italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg bekannt wurde. Es entwickelte sich zu einer der Hymnen der anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegung.

Geschichte

Die Melodie des Liedes Bella Ciao wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von den Reispflückerinnen der ehemaligen italienischen Provinz Terre d’Acqua in der Nähe der Stadt Bolognagesungen. Es beklagt die harten Arbeitsbedingungen unter der stechenden Sonne. Bereits die erstmals 1906 dokumentierte Fassung trägt die Züge eines Protestliedes gegen den Chef, der „mit einem Stock in der Hand“ die Arbeit überwacht, das Leben der Frauen „aufzehrt“ und obendrein wenig zahlt. Doch eines Tages, so hofft die Erzählerin, werden die Frauen „in Freiheit“ arbeiten.

Weltweit bekannt wurde das Lied in seiner Adaption durch die italienische Widerstandsbewegung gegen den Faschismus während des Zweiten Weltkrieges. Der Text, dessen Autor unbekannt ist, lobt den Freiheitskampf der Partisanen und gedenkt ihrer Toten, die als Helden betrachtet werden. Das Lied gehört in linken Kreisen zu den bekanntesten Kampfliedern und wird noch heute von linken Kräften dem faschistischen Kampflied Faccetta Nera entgegengesetzt. Wie viele Lieder der Arbeiterbewegung wurde es in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Text

Der folgende Text ist die italienische Version, die auch mit verändertem Text gesungen wird (dieser ist in Klammern angegeben). Dieser Text ist nach offizieller Angabe der GEMAgemeinfrei.[1] Die deutsche Version ist nicht die Originalübersetzung, sondern eine möglichst textnahe Variante.

Italienischer Text

Una mattina mi son svegliato,
(Stamattina mi sono alzato)
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
Una mattina mi son svegliato,
e ho trovato l’invasor.

O partigiano, portami via,
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
O partigiano, portami via,
ché mi sento di morir.

E se io muoio da partigiano,
(E se io muoio su la montagna)
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
E se io muoio da partigiano,
(E se io muoio su la montagna)
tu mi devi seppellir.

E seppellire lassù in montagna,
(E tu mi devi seppellire)
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
E seppellire lassù in montagna,
(E tu mi devi seppellire)
sotto l’ombra di un bel fior.

Tutte le genti che passeranno,
(E tutti quelli che passeranno)
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
Tutte le genti che passeranno,
(E tutti quelli che passeranno)
Mi diranno «Che bel fior!»
(E poi diranno «Che bel fior!»)

«È questo il fiore del partigiano»,
(E questo è il fiore del partigiano)
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
«È questo il fiore del partigiano,
(E questo è il fiore del partigiano)
morto per la libertà!»

Deutsche Übersetzung

Eines Morgens erwachte ich
(An diesem Morgen bin ich aufgestanden)
O Schöne, tschau, Schöne, tschau, Schöne, tschau, tschau, tschau!
Eines Morgens erwachte ich
und fand den Eindringling vor.

O Partisan, bring mich fort
O Schöne, tschau, Schöne, tschau, Schöne, tschau, tschau, tschau!
O Partisan, bring mich fort
Denn ich fühle, dass ich bald sterben werde

Und falls ich als Partisan sterbe
(Und falls ich in den Bergen sterbe)
O Schöne, tschau, Schöne, tschau, Schöne, tschau, tschau, tschau!
Und falls ich als Partisan sterbe
(Und falls ich in den Bergen sterbe)
Dann musst du mich begraben

Begrabe mich dort oben auf dem Berge
(Und du musst mich begraben)
O Schöne, tschau, Schöne, tschau, Schöne, tschau, tschau, tschau!
Begrabe mich dort oben auf dem Berge
(Und du musst mich begraben)
Unter dem Schatten einer schönen Blume

Und die Leute die daran vorbeigehen
(Und alle jene die daran vorbeigehen)
O Schöne, tschau, Schöne, tschau, Schöne, tschau, tschau, tschau!
Und die Leute die daran vorbeigehen
(Und alle jene die daran vorbeigehen)
Werden mir sagen: „Welch schöne Blume!“
(Und sie werden dann sagen: „Welch schöne Blume!“)

Dies ist die Blume des Partisanen
(Und dies ist die Blume des Partisanen)
O Schöne, tschau, Schöne, tschau, Schöne, tschau, tschau, tschau!
Dies ist die Blume des Partisanen
(Und dies ist die Blume des Partisanen)
Der für die Freiheit starb

Melodie

Die Melodie des Liedes steht im 4/4-Takt.

Rezeption

Bei der Beerdigungsfeier von Dario Fo wurde unter anderem dieses Lied gespielt. [2]

In der Serie Haus des Geldes spielt das Lied eine wichtige Rolle. In der ursprünglichen Ausstrahlung auf Antena 3 wurde die 15. Episode (1. Staffel) nach diesem Lied benannt, und es wird an diversen Stellen gespielt und von den Protagonisten gesungen. [3]

Alternative Versionen

Neben der bekannten Übersetzung von Horst Berner – u. a. verbreitet von Hannes Wader – existiert auch eine weitere von Diether Dehm, die von der Musikgruppe Zupfgeigenhanselgesungen wurde und die nicht den „Heldentod“ als Partisan glorifiziert.[4] Unzählige Bands haben das Lied bereits in verschiedenen Varianten gecovert, wie zum Beispiel Split Image, Microphone Mafia, Talco, Heiter bis Wolkig, Chumbawamba, La Fanfarria del Capitan und Klüngelköpp.

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der Online-Datenbank der GEMA (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  2. Dario Fo, Ultimo saluto al premio Nobel: funerale laico in piazza Duomo. Il Giorno, 15. Oktober 2016, abgerufen am 18. Oktober 2016 (italienisch).
  3. imdb.com: Haus des Geldes (TV Series), Bella ciao (2017), Soundtracks
  4. Bella Ciao (1994) Songtexte von Diether Dehm